Geschichten unter dem Himmelszelt

Mit dem Sternenhimmel als Erzählzelt hatten sich die Erzählerinnen Nikola Hübsch und Selma Scheele am Donnerstag, 19. September, einen besonderen Ort für ihre Geschichten ausgesucht. Über eine Stunde zogen die beiden über 80 Zuhörerinnen und Zuhörer im Heidelberger Haus der Astronomie in ihren Bann.
Zunächst wurde es im Planetarium für zwei Minuten ganz dunkel, damit sich die Augen an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnen konnten. Aber auch, weil die Erzählung von Nikola Hübsch und Selma Scheele im Dunklen begann. „Am Anfang, da war halt nichts“, sagte Selma Scheele. „Nichts, außer zwei Bergdohlen, die da umherflatterten“. Die Vögel vereinbarten, sich zu trennen und erst wieder zu treffen, wenn sie im Nichts etwas finden würden.

Das Chaos entstand

Nikola Hübsch setzte die Geschichte fort: „Und das Nichts bekam Dellen. Das Chaos entstand.“ Sie nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer dann mit in die Götterwelt. Aus den finsteren Nebeln des Nichts wurden Gaia und Uranos geboren. Damit begann die Geschichte des Universums. Die Erzählerinnen ließen grausame Titanen, listige Götter, einäugige Zyklopen und 300-armige Riesen lebendig werden. Die griechische Mythologie unterbrachen die beiden mit Geschichten von Mondfängern, den sieben Himmelskönigstöchtern, einer Wolkenweberin und der Entstehung der Milchstraße.

Reise durch das Universum

Natalie Fischer und Esther Kolar vom Haus der Astronomie ließen in der großen Kuppel des Planetariums passend zu den Geschichten den Sternenhimmel und die Planeten aufleuchten. Da drehte sich die Erde um den Mond,  die Milchstraße waberte über den Himmel und die Sterne schienen zum Greifen nah. So verwoben sich Erzählungen und Projektion zu einer kunstvollen Zeitreise durch das Universum.

Die Liebe siegt

Am Ende des Abends öffnete sich die Büchse der Pandora, aus der bekanntlich alle Laster und Untugenden entwichen. „Vielleicht gelingt es den Menschen noch, die Welt zu retten, denn sie haben von den Göttern nicht nur Neid, Eifersucht und Gier mitbekommen, sondern auch Weisheit“, hofften die Erzählerinnen. Ein positives Ende nahm der Erzählabend unter dem Sternenhimmel auf jeden Fall, denn die beiden Bergdohlen trafen sich wieder, um nun vereint umherzuflattern: Die Liebe siegt.


Veranstaltet vom Heinrich Pesch Haus, Ludwigshafen und unterstützt von der BASF SE und der Heinrich-Pesch-Stiftung