Geschichten kommen aus Kürbissen

Schon gewusst? Geschichten kommen nicht nur aus der Fantasie, sondern aus Kürbissen. Das haben die 422 Teilnehmenden des Familienfests gelernt, mit dem am Sonntag das VIII. Internationale Erzählfest in der Metropolregion Rhein-Neckar zu Ende gegangen ist. Im Park des HPH lauschten die Familien ein letztes Mal den Geschichten aus aller Welt. Verschiedene Kreativstationen luden zum Mitmachen ein.Das Familienfest begann mit einem ökumenischen Wortgottesdienst im Erzählzelt. Es ging um die Nächstenliebe, um Verzeihen und Versöhnen. Passend zur Predigt von Pater Tobias Zimmermann SJ dem zukünftigen Direktor des HPH, erzählte Thomas Hoffmeister-Höfener die Geschichte von zwei Brüdern, die zerstritten waren, aber schließlich doch noch zueinander fanden. Berührend das Vaterunser, das Heike Vigl und Maria Carmela Marinelli auf Italienisch sangen. Danach starteten die Erzählrunden.

Zwei rote Erzählzelte warteten auf neugierige Zuhörende, unter alten Bäumen und auf Strohballen im „Bauernhof“ wurde bei spätsommerlichen Temperaturen unter freiem Himmel erzählt. Es waren Geschichten aus aller Welt, die die fünf Erzähler_innen des Tages mitgebracht hatten – passend zum Motto des Erzählfests „Geschichten öffnen Horizonte“. Heike Vigl ließ beispielsweise die hässliche Baba Jaga, die Hexe aus russischen Märchen, in den Köpfen der Zuhörenden entstehen.
„Woher kommen Geschichten eigentlich“? wollte Selma Scheele an der nächsten Erzählstation wissen. „Aus der ganzen Welt.“ – „Aus dem Gedächtnis.“ – „Aus Büchern.“ – „Aus der Fantasie““, riefen ihr die Kinder zu. Alles richtig, doch da gibt es noch eine Quelle: „Geschichten kommen aus einem Kürbis“, verriet die Erzählerin. Gebannt lauschten die Zuhörerinnen und Zuhörer ihrer Geschichte vom Spinnenmann Kwaku Ananzi mit seinen sechs Beinen, der Geschichten in einem Kürbis sammelt – bis dieser am Ende platzt.

„Mich fasziniert die friedliche Atmosphäre. Das neugierige Staunen, die ganz entspannten Kinder, wie sie mit offenen Augen und Ohren zuhören, das freut mich“, sagte Pater Johann Spermann SJ, Direktor des HPH. Die Geschichten kamen so gut an, dass zeitweise alle Sitzplätze belegt waren und die Zuhörenden sich vor den Zelteingängen drängten, um kein Wort der Fantasiereisen zu verpassen.

Zwischen den Erzählrunden konnten sich die Kinder verkleiden und in der Märchengasse in bunt bemalten Erzählhäuschen selber Geschichten erfinden und erzählen. Im „Postamt“ gab es eine Druckwerkstatt und bei den „Wasserforschern“ wurden selbst gefaltete Papierboote zu Wasser gelassen. Wer alle Stationen besucht hatte, konnte seine Stempelkarte gegen ein kleines Geschenk eintauschen.

„Traumhaft schön! Ein Erlebnis der besonderen Art!“ „Vielen Dank für die schönen Geschichten“ oder einfach „Immer wieder schön!“ – das sind nur einige der Einträge im Gästebuch des HPH, die die Erfahrungen der Teilnehmenden und die Atmosphäre nicht nur des Familientags, sondern des gesamten Erzählfests in der Metropolregion Rhein-Neckar wiederspiegeln.
„So viele alte und neue Gesichter zu sehen, mit den Familien ins Gespräch zu kommen und zu sehen, wie Kinder aktiv in die Geschichten eingebunden werden, das ist schon etwas besonderes“ resümieren Kerstin Hofmann und Jana Sand, Leitung der Familienbildung im HPH den Familientag.


Das VIII. Internationale Erzählfest wurde vom Heinrich Pesch Haus, Ludwigshafen, veranstaltet und von der BASF SE und der Heinrich-Pesch-Stiftung unterstützt.