Finale: Zauberhafter Abend und begeisternder Familientag

Das war ein begeisterndes Wochenende zum Abschluss: Die Lange Nacht der Erzählens ihrem ganz besonderen Charme im traumhaft beleuchteten Park des HPH, und dann am Sonntag der Familientag, zu dem noch einmal rund 310 große und kleine Menschen kamen, um ein letztes Mal Geschichten zu hören.

Zwischen Bäumen und Zelten unterhielten Selma Scheele, Julia Klein, Tormenta Joberteh, und Susanne Tiggemann die rund 180 Gäste mit ihren Geschichten aus aller Welt; hinzu kam die Musik von Nurullah Turgut mit seinen ganz besonderen Instrumenten. Wer in den Park eintrat, war sofort von dieser Atmosphäre begeistert und in Bann gezogen. Die „Geschichten unterm Sternenzelt“ handelten von einem eifersüchtigen Ehemann, der seine Frau einsperrte, oder von einem Mann in Afrika, dem es lange nicht gelingen will, zu einem Fest zu kommen.

Und dann kam der Sonntag, beginnend mit einem ökumenischen Kinderwortgottesdienst im Erzählzelt. Gemeinsam feierten P. Gangolf Schüßler SJ, Thomas Hoffmeister-Höfener und mit den Gitarren Herbert Adam und Maria Carmela Marinelli die Liebe Gottes zu den Menschen. Die Vier ergänzten sich hervorragend: der Erzählkünstler Hoffmeister-Höfener erzählte vom Hirten, der sein kleines Schaf Linus sucht und findet, P. Schüßler deutete sie für die Kinder, und Herbert Adam und die italienische Erzählerin Maria Carmela Marinelli stimmten mit den Kindern und ihren Eltern mehrsprachige Lieder an zur Begrüßung, als Friedenswunsch und zum Abschied.

Auch im Anschluss mussten die beiden Erzählzelt immer wieder für die Erzählrunden „wegen Überfüllung geschlossen“ werden; da aber an vielen anderen Stellen im Park ebenfalls erzählt wurde – auf einer Bühne und bei Heuhaufen – , kam keine Enttäuschung auf. Außerdem gab es an verschiedenen Aktionsständen genügend Möglichkeiten, sich kreativ zu betätigen. So bauten die Kinder aus Schuhkartons ein großes Hochhaus und gestalteten die Räume selbst, oder sie schlüpften selbst ein kleine Erzählhäuschen und spielten dort ihr eigenes Märchen oder ihre eigene Geschichte nach.

Auch am Familientag zeigte sich, dass Erzählen Generationen und Kulturen verbindet. Große und Kleine waren gleichermaßen entzückt von den Geschichten über Papa Hamster, der möchte, dass ein Sohn Billy auch ein Räuber wird, oder über eine magische Mühle. Die Geschichtenfans, darunter viele Menschen, für die die deutsche Sprache nicht Muttersprache ist, lauschten begierig und verstanden dank des Talents der Künstler_innen fast alles.