Das Tor ins Land der Geschichten steht jetzt offen

Da war die eine Geschichte vom Fremden, der zum Geschichtenerzähler wurde; und es gab die zweisprachig erzählte Geschichte  vom Kaufmann und dem Derwisch, die sich um ein Goldstück zankten; welche ist die „besonderste Kreatur“ auf der Welt?– Diese und mehr Geschichten waren bei der Eröffnung des VII. Internationalen Erzählfestes im Heinrich Pesch Haus zu hören. Es erzählten Odile Néri-Kaiser, Selma Scheele und Thomas Hoffmeister-Höfener; Musik machte das Trio mit den syrischen Musikern Hisham, Asem und Ahmad.

Bevor die Künstlerinnen und Künstler so richtig loslegen konnten, erzählten Andere: Dr. Wolfgang Heer, Vorstandsvorsitzender der Südzucker AG und Vorsitzender der Heinrich-Pesch-Stiftung, sowie Daniela Kalweit, Corporate Citizenship – Bildung der BASF SE. Die BASF SE ist auch in diesem Jahr wieder Unterstützer des Erzählfestes, und auch die Heinrich-Pesch-Stiftung leistet einen Beitrag.

Der „Räuber Hotzenplotz“ – vordergründig ist es ein lustiges und spannendes Kinderbuch; daneben geht es aber auch um die ideelle Bedeutung von Geschenken, um die Kraft von Teamwork und den Glauben an Recht und Gerechtigkeit. Das machte dieses Buch zum Lieblings-Kinderbuch von Dr. Wolfgang Heer. Er freute sich bei der Eröffnung, dass sich nun „das Tor ins Land der Geschichten“ wieder öffnet. Die Heinrich-Pesch-Stiftung, so Heer, engagiert sich für das Fest, weil Sprache eine wesentliche Voraussetzung ist, junge Menschen für das Leben vorzubereiten, damit sie Verantwortung übernehmen können.

Auch Daniela Kalweit kann davon erzählen, wie Geschichten wirken: im Kid´s Lab, einer Einrichtung für Grundschüler, gibt es zum Einstieg immer eine Geschichte, bevor es ans Experimentierten geht. „Diese Geschichte schafft eine emotionale Nähe, die Kinder werden so mitgenommen auf eine Experimentierreise.“ Beim Erzählfest, so Daniela Kalweit weiter, stehen jedoch nicht Experimente im Vordergrund, sondern „Menschen und Kulturen“; es gehe darum, dass Geschichten Verständnis schaffen und so einen Beitrag zu Teilhabe und Integration – einen Beitrag, damit sich Menschen, die als Gäste oder Zufluchtsuchende in Deutschland sind, verstanden fühlen. Genau dieser Aspekt, so erinnerte Daniela Kalweit, sei Teil der diesjährigen Konzeption für das Erzählfest: Brücken zu bauen und Gemeinschaft zu schaffen.

Im Fokus des Erzählfestes stehen auch in diesem Jahr die Kinder. Dass Geschichten aber genauso auch Erwachsene begeistern und in Bann ziehen können, das bewiesen die drei Erzähler_Innen des Eröffnungsabends. Die Geschichten waren ganz unterschiedlich, brachten zum Lachen, zeigten, dass sie Sprachbarrieren überwinden – und machten nachdenklich und melancholisch. Am Ende machten sie auch neugierig auf die Woche, die damit eröffnet wurde. Erwachsene kommen übrigens am Samstag, 23.09.2017, von 18 bis 22 Uhr bei der Langen Nacht nach einmal voll und ganz auf ihre Kosten.